
In der Oberpfalz wurde das Rote Höhenvieh bereits im 18. Jahrhundert gezüchtet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verbreitete es sich rasch in ganz Bayern. Auf vielen Darstellungen der Zeit wird es gezeigt, auch die Namen vieler Gaststätten wie „Zum Roten Ochsen“ erinnern daran. Es gilt als robust, genügsam und besitzt hervorragende Futterverwerter – Eigenschaften, die es besonders für eine extensive und nachhaltige Landwirtschaft geeignet machen. Durch sein langsames Wachstum liefert es zudem ein außergewöhnlich aromatisches Fleisch von hoher Qualität.
Das Rote Höhenvieh zählt zu den Slow Food Arche-Passagieren – also zu jenen wertvollen Nutztierrassen und Kulturpflanzen, die vom Aussterben bedroht sind, weil sie unter den heutigen ökonomischen Bedingungen kaum konkurrenzfähig sind. Im späten 20. Jh. war der einst reiche Bestand erloschen.
Für die Wiedergeburt bedurfte es konzertierter Tatkraft. Ralf Hotzi und der LBV nutzten die Gunst der Stunde, um für den Autobahnbau benötigte Ersatzflächen für das Projekt zu requirieren. Karl Scholler vom Amt für Landwirtschaft und Forsten jagte inzwischen nach den letzten Spuren des Rotviehs, fand dabei sogar eingefrorene vergessene Restposten in Besamungsstationen und konnte drei kleine Herden bilden. Die Landwirte Schultes, Schwarz und Kick starteten 1999 und 2000 auf Flächen des LBV nahe Tännesberg mit kleinen Mutterkuhherden.
In den Folgejahren stand der Wiederaufbau einer stabilen Population im Vordergrund. Die Herden wurden größer und weitere Landwirte wie Max Schneider und die Familie Sauer konnten vom Projekt begeistert werden.
